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des WWF in den Elbauen.

Das Projekt

Unter jedem Rückenetikett hat sich einer der seltenen Elbauen-Bewohner versteckt.
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Unterstützen Sie mit uns die Arbeit des WWF in den Elbauen

Seit vielen Generationen setzt sich VILSA bereits für den Schutz der Natur und einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen ein – und das nicht nur um die heimische Quelle in Norddeutschland herum. Eines der Herzensprojekte, die VILSA aktiv unterstützt, ist die Arbeit des WWF in den Elbauen.

Diese einzigartige Flusslandschaft bietet mit ihren Überflutungsgebieten und alten Misch- und Eichenwäldern einen ganz besonderen Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere wie Schwarzstorch, Elbebiber oder Heldbock.

Umso wichtiger ist es, diesen Lebensraum zu schützen und zu erhalten.

Deshalb gehen im Aktionszeitraum von Februar bis Mai 2017 10 Cent pro Aktionskasten direkt an den WWF zur Renaturierung der Elbauen.

Also: Helfen Sie mit und werden Sie selbst zum Naturschützer!

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Das WWF-Projekt in den Elbauen

DIE ELBAUEN

Einzigartig schützenswert: die Elbauen bei Vockerode

Die Elbauen liegen im Biosphärenreservat Mittelelbe bei Dessau in Sachsen-Anhalt und gehören zum Weltkulturerbe „Gartenreich Dessau-Wörlitz“. Durchzogen von Auenwäldern, Auewiesen und Altarmen des Elbelaufs, bieten die Elbauen unberührten Lebensraum und Rückzugsmöglichkeiten für viele, zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten wie Elbebiber, Heldbock oder Schwarzstorch.

Mit einem einzigartigen Renaturierungsprojekt will der WWF zusammen mit VILSA diese schützenwerte Flusslandschaft aufwerten und langfristig sichern.

Konkrete Maßnahmen des WWF in den Elbauen:

  • Zurückgewinnung von Überflutungsflächen, um dem Hochwasser wieder mehr Raum zu geben
  • Wiederbewaldung mit heimischen Hartholzarten
  • Schaffung von zusätzlichen Feuchtlebensräumen, um das Zuhause von Elbebiber, Rotmilan, Schwarzstorch und Co. langfristig und vor allem nachhaltig zu sichern

DIE ELBAUEN-BEWOHNER

  • Admiral

    Edel und anmutig flattert der Admiral durch Deutschlands Gärten, Wiesen und lichte Wälder. Bis zu einer Höhe von 2.500 Metern ist der anpassungsfähige Falter anzutreffen. Der Schönling ernährt sich von Blütennektar, wobei er am liebsten vom Schmetterlingsflieder nascht. Aber auch zu Fallobst und Bier sagt er nicht Nein. Wenn er neben violetten Blüten auch noch Brennnesseln findet, ist die Chance groß, ihn in den heimischen Garten zu locken.

    Denn Brennnesseln sind die Kinderstube der Raupen. Das Weibchen legt seine Eier an den Stauden auf der Unterseite der Blätter ab, wo die Raupen 4 Wochen lang munter fressen, bis sie sich schließlich verpuppen. 2 Wochen später erobert dann ein neuer Admiral die offenen Landschaften.

    In den Elbauen zuhause.

    Eigentlich ist der Admiral fast überall auf der ganzen Welt zuhause, und auch in den Elbauen ist er häufig anzutreffen. Die offenen Lebensräume wie Uferböschungen, Obstwiesen und lichte Waldstellen der Elbauen mit sonnigen Brennnesselbeständen bieten dem Admiral perfekte Bedingungen. Im Herbst geht der Falter wie ein Zugvogel auf Wanderschaft. Dann flattert er bis zu einer Höhe von 2.500 Metern über die Alpen gen Süden und im Frühling zur Paarung wieder zurück.

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    Steckbrief

    Name:Admiral (Vanessa atalanta)

    Größe:5 bis 6 cm

    Flügelspannweite:58 mm

    Alter:1 bis 2 Jahre

    Markenzeichen:unverwechselbarer, großer, schwarzer Falter mit roten Streifen und weißen Flecken

    Nahrung:erwachsener Falter: Blütennektar vom Schmetterlingsflieder, Wasserdost, Fallobst. Raupen: Brennnesseln

    Lebensraum:Obstwiesen, blütenreiche Gräben, Uferböschungen oder Feldwege; die Raupen leben auf Brennnesseln

    Schutzstatus:kein Schutzstatus

    Weitere Bewohner
  • Elbebiber

    Der Biber ist eine echte Ausnahme im Tierreich. Er ist nämlich ein begnadeter Baumeister. Gemeinsam besiedelt ein Biberpärchen ein Revier von etwa einem Kilometer Fließgewässer, an dessen Uferböschung die Tiere ihre Burg bauen. Der Eingang befindet sich zum Schutz vor Feinden unter Wasser, die Wohnräume darüber. Dort lebt die Familie mit zwei Generationen von Jungtieren, also ca. 8 bis 10 Tiere, unter einem Dach.

    Klar, dass die Burgen da schon mal bis zu 2 Meter hoch werden können und mehrere Meter breit. Nach 24 Monaten ziehen die Halbwüchsigen dann aus, um der nächsten Bibergeneration Platz zu machen. Vor allem aber, um sich endlich eine eigene Burg in ihrem eigenen Revier zu bauen. Das kann in der Nähe der Eltern sein, dann allerdings von ihnen abgegrenzt. Oft legen sie dafür aber auch weite Wege zurück.

    In den Elbauen zuhause.

    Das Biberpärchen lebt mit seinen Jungen in einem Revier in Ufernähe, denn ein Biber ist zu 100 % an Wasser gebunden. Sein optimaler Lebensraum sind große, vegetationsreiche Flussauen und urwüchsige Altarme, die von natürlichem Auenwald umgeben sind. Aber auch kleinere Gewässer oder Gräben werden genutzt. Hauptsache, die Rahmenbedingungen stimmen: geeignete Nahrung, wie zum Beispiel Wasser- und Uferpflanzen sowie junge Baumrinde, genug Wasser zum Schwimmen und passende Ufer zum Burgenbauen.

    Die Elbauen bieten dem Elbebiber geradezu perfekte Lebensbedingungen. Vielleicht ist der Biber deshalb an der Elbe nie ganz ausgestorben. Von hier aus ist der Biber seit einigen Jahren auf dem Weg, Deutschland zurückzuerobern. Auch wenn sich sein Bestand bereits erholt hat, steht er nach wie vor unter strengstem Schutz.

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    Steckbrief

    Name:Elbebiber (Castor fiber albicus)

    Größe:125 cm Länge

    Alter:ungefähr 10 bis 12 Jahre

    Markenzeichen:platter, schuppiger Schwanz und große, nachwachsende Schneidezähne

    Nahrung:Der Biber ist Vegetarier. Am liebsten mag er junge Baumrinde und junge Pflanzentriebe

    Lebensraum:große, vegetationsreiche Flussauen und urwüchsige Altarme, aber auch kleine Fließgewässer oder Gräben

    Schutzstatus:besonders geschützt

    Weitere Bewohner
  • Fischadler

    Der Fischadler ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur, dass er sein Leben lang mit seiner Partnerin zusammenbleibt. Er hat so besondere Eigenschaften, dass er sogar eine eigene Gattung bildet – zu der nur er allein gehört! Er ist nämlich perfekt an seinen Lebensraum angepasst: Sein Gefieder ist absolut wasserdicht, seine Füße haben statt Federn Schuppen und mit seinen kräftigen Krallen kann er seine Beute wie mit Angelhaken packen.

    Wie der Name schon sagt, jagt der Fischadler am liebsten Fisch. Auf seinem Beutezug überfliegt er in einer Höhe von bis zu 50 Metern die Gewässer. Entdeckt er einen Fisch, legt er die Flügel an, stürzt sich mit bis zu 80 km/h ins Wasser – und zack! Einmal in den Fängen eines Fischadlers, gibt es für die Beute kein Entkommen. Es sei denn, der Greifer hat sich beim Gewicht überschätzt, dann spreizt er lieber die Zehen, bevor ihn die fette Beute unter Wasser zieht.

    In den Elbauen zuhause.

    Die Fischadler benötigen in ihrem Lebensraum fischreiche Gewässer und alte Bäume bzw. andere exponierte Plätze für den Bau ihres Adlerhorsts, wie alte Telefon- oder Strommasten. Da Fischadler jedes Jahr aufs Neue in ihr angestammtes Revier kommen und ihr Nest immer wieder nutzen und ausbauen, werden in den Elbauen schon mal Baumaßnahmen an den Fischadler angepasst. Zum Beispiel werden alte Strommasten, die eigentlich abgebaut werden sollten, für die Vögel vor dem Abriss bewahrt.

    Heute ist der Fischadler vor allem im Nordosten Deutschlands und entlang der Elbe verbreitet. Allein an der Mittleren Elbe sind ca. 400 Exemplare erfasst. Denn in der weitläufigen Auenlandschaft an der Mittleren Elbe findet er alles, was er braucht: viel Wasser, viel Nahrung und die perfekten Brutplätze.

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    Steckbrief

    Name:Fischadler (Pandion haliaetus)

    Größe:63 cm

    Gewicht:bis zu 2 kg (die Männchen sind etwas kleiner und leichter)

    Flügelspannweite:185 cm

    Alter:bis zu 25 Jahre

    Markenzeichen:dunkelbraunes Gefieder mit leuchtend weißer Rumpfunterseite und weiß-schwarz gebändertem Schwanz

    Nahrung:hauptsächlich Fisch (aber auch kleinere Säugetiere und Vögel)

    Lebensraum:fischreiche, langsam fließende oder stehende Gewässer mit hohen Bäumen zum Nestbau

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Fischotter

    Der Fischotter liebt Fisch. Deshalb ist der putzige Räuber perfekt ans Wasser angepasst: Er hat nicht nur Schwimmhäute an den Füßen, sondern kann auch Ohren, Augen und Nase zum Tauchen verschließen. Sein dichtes braunes Fell schützt ihn vor Kälte und Feuchtigkeit. Mit rund 50.000 Haaren pro Quadratzentimeter hat er übrigens rund 416-mal so viele Haare wie ein Mensch!

    Anders als zum Beispiel ein Biber, der über Jahre hinweg an ein und demselben Eigenheim baut, bewohnt der Fischotter bis zu 20 verschiedene Unterkünfte gleichzeitig – und die findet er in Uferunterspülungen, alten Baumwurzeln oder auch Bisambauten.

    In den Elbauen zuhause.

    Der Fischotter ist in vielen unterschiedlichen Lebensräumen anzutreffen – von der Tiefebene bis ins Hochgebirge, vom Meer bis zum Bachlauf, von der Küste bis zum Sumpfgebiet. Aber an alle stellt er ganz schön hohe Ansprüche: Die Gewässer sollten sauber und unverbaut sein, perfekten Unterschlupf und viel Nahrung bieten. Dazu benötigt er große störungsarme Reviere mit ca. 25 km Gewässerstrecke. Die abwechslungsreich strukturierte Elbauenlandschaft ist ein bevorzugter Lebensraum für ihn, wo der WWF durch Sicherung und weiterschreitende Vernetzung der Otterlebensräume zum Ansteigen der Population beiträgt.

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    Steckbrief

    Name:Fischotter (Lutra lutra)

    Größe:ca. 0,8 m bis 1,20 m

    Gewicht:5 bis 10 kg

    Alter:5 bis 12 Jahre

    Markenzeichen:braun-graues Fell, an das Wasserleben angepasster Marder

    Nahrung:Fisch, Insekten, Vögel, Nagetiere

    Lebensraum:Flüsse, bewaldete Ufer

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Mittelspecht

    Hier hat nicht der Kerl die raue Schale, sondern die uralten Eichen, die er als Lebensraum bevorzugt. 100 Jahre und älter sollten sie schon sein, und davon am liebsten gleich ein ganzer Wald. Die rissige Borke bietet nämlich den idealen Lebensraum für seine Lieblingsnahrung: Insekten und deren Larven sowie Spinnen. Die sucht der quirlige Vogel mit seiner langen Zunge in den Rindenritzen. Und natürlich eignen sich die alten Gehölze auch zum Höhlenbauen prima.

    Das Trommeln überlässt der Mittelspecht übrigens lieber dem zum Verwechseln ähnlichen Buntspecht. Wenn er stochert und klopft, dann sorgt ein ausgeklügeltes System dafür, dass er davon kein Kopfweh bekommt: Denn anders als zum Beispiel bei Tauben verfügt sein Schnabel über eine Art Stoßdämpfer und liegt unterhalb des Gehirns, sodass dieses keinen Schaden nimmt.

    In den Elbauen zuhause.

    Der Mittelspecht ist sehr ortstreu und stark von der Qualität seines Lebensraums abhängig. Die Hartholzauenwälder an der Mittleren Elbe mit ihrem reichen Stieleichenbestand bieten ihm ideale Lebensbedingungen und zählen zu seinen bedeutendsten Brutstätten in Deutschland. Übrigens, die Spechtbauten werden auch gern von Eichhörnchen, Fledermäusen und anderen Waldbewohnern als Unterschlupf genutzt.

    Seit vielen Jahren arbeitet der WWF an der Aufwertung, großflächigen Vernetzung und langfristigen Sicherung der Auenwälder, denn nur so kann das Überleben des Mittelspechts auch in Zukunft gesichert werden.

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    Steckbrief

    Name:Mittelspecht (Dendrocopus medius)

    Größe:ca. 22 cm

    Alter:ca. 7 Jahre

    Markenzeichen:in Größe und Färbung dem Buntspecht ähnlich; vollständig roter Scheitel, zarte, dunkle Strichelung an der Seite und rosa Unterschwanzdecken

    Nahrung:Insekten und ihre Larven

    Lebensraum:alte grobborkige Laubgehölze, bevorzugt Eichen

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Europäische Wasserspitzmaus

    Ein Felsen, Seerosenblatt oder ein Ast im Wasser dient ihr als Jagdsitz. Entdeckt die Wasserspitzmaus von hier aus einen kleinen Fisch oder eine Seeschnecke, taucht sie auf Beutezug ab. Dank kleiner Giftdrüsen im Unterkiefer fängt der Nager sogar Tiere, die zum Teil größer sind als er selbst. Dabei gehört die Wasserspitzmaus zu den größten Spitzmäusen Europas. Von der Nasenspitze bis zum Schwanzende kann sie immerhin 18 cm lang werden. Uns Menschen kann das Gift glücklicherweise nichts anhaben.

    Dank Wasser abweisender Borstensäume an Schwanzkiel und Hinterfüßen sind die tag- und nachtaktiven Spitzmäuse hervorragende Schwimmer und bestens für ihre Tauchgänge ausgerüstet. Die Behausungen der Wasserspitzmaus sind immer so angelegt, dass sie einen Ausgang in Richtung Wasser haben. Es wird entweder selbst gegraben oder einfach der Bau eines anderen Säugers übernommen. Die Weibchen werfen zwischen 2- und 3-mal pro Jahr, wobei ein Wurf 4 bis 11 Junge umfassen kann.

    In den Elbauen zuhause.

    Wie ihr Name bereits verrät, siedelt die Wasserspitzmaus vorwiegend entlang von Gewässern mit naturnahen Ufern und dichtem Bewuchs. Sie liebt Bäche und Flüsse mit langsam fließenden Abschnitten und sandig-steinigem Grund. Von überhängenden Uferbereichen hält der kleine Jäger nach Beute Ausschau. Wo man die Wasserspitzmaus trifft, müssen die Gewässer von guter Qualität sein – denn nur in intakten Gewässern findet sie genügend Nahrung. Kein Wunder also, dass sich die possierlichen Tierchen in den Elbauen so wohl fühlen.

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    Steckbrief

    Name:Wasserspitzmaus (Neomys fodiens)

    Größe:bis zu 10 cm Kopf- plus Rumpflänge und bis zu 8 cm Schwanzlänge

    Gewicht:15 bis 19 g

    Alter:bis zu 18 Monaten

    Markenzeichen:Giftdrüsen unter der Zunge, schwarzes Fell auf dem Rücken, das Bauchfell ist silbergrau

    Nahrung:Wasserinsekten, Larven, Kleinkrebse, Schnecken und kleine Fische

    Lebensraum:Sümpfe und Uferbereiche von Seen, Flüssen, Bächen – sogar von Meeren.

    Schutzstatus:besonders geschützt

    Weitere Bewohner
  • Flussregenpfeifer(Charadrius dubius)

    Bloß nicht auffallen. Das könnte das Motto dieses kleinen Watvogels sein, denn er ist ein eher unauffälliger Geselle mit sandbraunen Deckfedern. Und auch sein Gelege ist für Bruträuber nur schwer zu finden. Denn er legt seine Eier zwischen Flusskies ab, wodurch diese auch für unser Auge kaum wahrnehmbar sind. Kommt es doch mal zu Verlusten, reagiert der kleine Kerl trotzig und legt einfach noch mal ein paar Eier nach.

    Der Flussregenpfeifer lebt auf den Kies- und Sandbänken entlang großer Flüsse. Hier huscht er pausenlos zu Fuß am Ufer entlang. Und das so schnell, dass er den Eindruck erweckt, als würde er auf Rollen laufen! Nur zum Fressen hält der kleine Kerl inne und lässt sich am Boden lebende Insekten, Würmer, kleine Krustentiere und Muscheln schmecken.

    In den Elbauen zuhause.

    Der kleine Flussregenpfeifer ist bei der Suche nach Brutrevieren auf vegetationsfreie Kiesbänke angewiesen. Diesen Lebensraum gibt es jedoch nur an naturbelassenen, störungsarmen Flüssen und die sind in Deutschland sehr selten geworden, weshalb der Vogel immer häufiger auf Kiesgruben ausweichen muss. Aber auch diese sind nur selten sichere Ersatzbiotope, da sie oft zu Erholungsgebieten ausgebaut werden. Umso wichtiger ist die Renaturierung natürlicher Fließgewässer, wofür sich der WWF gezielt in den Elbauen einsetzt, um dem Flussregenpfeifer hier neuen und verbesserten Lebensraum zu bieten.

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    Steckbrief

    Name:Flussregenpfeifer (

    Größe:14 bis 16 cm

    Gewicht:30 bis 40 g

    Markenzeichen:sein rollender Gang

    Nahrung:am Boden lebende Insekten und deren Larven, Spinnen, Würmer, Krebstiere und Muscheln

    Lebensraum:vegetationsarme Schotterinseln und flache Ufer naturbelassener Flüsse, aber auch Kiesgruben als „Ersatzbiotope“

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Heldbock

    Der Heldbock hat seinen Zweitnamen nicht umsonst: „Großer Eichenbock“. Denn Eichen sind der Dreh- und Angelpunkt im Leben des seltenen Käfers. Hier wird er als 2 – 5 mm großes Ei in Spalten in der Baumrinde abgelegt, wo die Larve dann etwa 2 Wochen später schlüpft. Als solche lebt sie ca. 3 bis 5 Jahre im Inneren des Baums, wo sie sich schließlich verpuppt. So überwintert die Heldbock-Larve in der Puppenwiege. Ende Mai macht sie dann einen Abflug – aber garantiert nie besonders weit von ihrem Baum entfernt.

    Denn auch wenn der Käfer fliegen kann, so ist er dennoch ziemlich immobil: Er bleibt seinem Brutbaum – wenn möglich – ein ganzes Leben lang treu! Und genau hier liegt das Problem: Denn Solitäreichen, wie sie der Heldbock zum Überleben braucht, gibt es immer seltener. Und ein Ausweichen ist diesem treuen Käfer fast nicht möglich. Kein Wunder also, dass er vom Aussterben bedroht ist.

    In den Elbauen zuhause.

    Die Geburtsbäume des Heldbocks müssen älter als 150 Jahre, sein, einen sonnigen Standort haben und möglichst alleine stehen. Und genau die findet er in den Elbauen: Die mächtigen Solitäreichen auf den Auenwiesen und in den lichten Hartholzauenwäldern an der mittleren Elbe bieten einem der größten Käfer Europas ideale Lebensbedingungen. Nicht umsonst hat der Heldbock in den Elbauen einen seiner Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland.

    Die Projekte des WWF in der Elbtalaue fördern den Erhalt und die langfristige Sicherung des Lebensraumes des in Deutschland vom Aussterben bedrohten und europaweit geschützten Käfers.

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    Steckbrief

    Name:Heldbock, Großer Eichenbock (Cerambyx cerdo)

    Größe:24 bis 55 mm, Fühlerlänge bis zu 10 cm!

    Gewicht:10 g

    Alter:erwachsene Männchen 46 Tage, erwachsene Weibchen 59 Tage

    Markenzeichen:schillernder Panzer und lange Fühler

    Nahrung:Eichensaft

    Lebensraum:alte, kränkelnde, sonnig und einzeln stehende Stieleichen in den Hartholzauen

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Grüne Keiljungfer

    Der Brustkorb in leuchtendem Lindgrün ist unverwechselbar und eigentlich nicht zu übersehen. Trotzdem kommen auch wachsame Naturfreunde nur noch selten in den Genuss, eine Grüne Keiljungfer beobachten zu können. Denn die kräftig gebauten Libellen – die auch Grüne Flussjungfern genannt werden – sind bereits aus weiten Teilen Deutschlands verschwunden.

    Die besten Chancen, eine Keiljungfer zu Gesicht zu bekommen, hat man in der Paarungszeit. Wenn im Sommer das Sonnenlicht an der Oberfläche heller Flachwasserzonen flimmert, entdeckt man vielleicht einige Männchen, die über dem glitzernden Gewässer umherschwirren. Dieses Schauspiel nennt man „Libellen-Disco“. Hier gehen die bis zu 5 cm langen Libellen mit einer Flügelspannweite von 7 cm auf Brautschau. Waren die Männchen erfolgreich, machen sich die Weibchen allein an die Eiablage. Im Flug streifen sie die Eipakete an der Wasseroberfläche ab. Die geschlüpften Larven verbringen bis zu 4 Jahre gut vergraben im Ufersand, bevor sie sich vollständig zu prachtvollen Libellen entwickeln.

    In den Elbauen zuhause.

    Die schöne Grüne Keiljungfer benötigt lange, geschützte Abschnitte von Fließgewässern, denn die Lebensräume der Larven und der flugfähigen Tiere sind räumlich stark voneinander getrennt. Die Libellen kommen nur in der Nähe von sauberem Wasser in Paarungsstimmung. Zu kalt sollte es natürlich auch nicht sein. Ein kieselig-sandiger Grund mit vielen Flachstellen begünstigt dabei die stimulierenden Lichtreflexionen an der Oberfläche und sorgt dafür, dass immer wieder eine neue Keiljungfern-Generation heranwächst.

    Leider sind Regionen mit intakten Fließgewässern in Deutschland äußerst rar geworden. Überall werden Flussläufe begradigt, Sohlen vertieft und Ufer befestigt. In den Elbauen finden die anspruchsvollen Insekten noch die Bedingungen vor, die sie so lieben und dringend zum Überleben benötigen.

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    Steckbrief

    Name:Grüne Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia)

    Größe:bis zu 7 cm Flügelspannweite / 5cm Körperlänge

    Flugzeit:Juni bis September

    Markenzeichen:lindgrüner Brustkorb und schwarz-gelber Hinterleib

    Nahrung:kleinere Insekten wie etwa Eintagsfliegen

    Lebensraum:entlang sauberer, langsam fließender Flüsse und Bäche, die weitgehend ungestört und frei von Barrieren sind; krautbewachsene und sonnenbeschienene Böschungen mit einer seichten und sandigen Gewässersohle

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Grauer Kranich

    Seine Schönheit hat die Menschen schon immer fasziniert. In der griechischen Mythologie galt er als Symbol für Wachsamkeit und Klugheit. In Japan wird er noch heute verehrt. Und auch in unseren Gefilden gehört der Graue Kranich zu den eindrucksvollsten Tieren. Vor allem mit seinem Balztanz kann er sich sehen lassen. Dann schreiten die Vögel auf freier Fläche mit imposant aufgestellten Flügeln umeinander herum, springen und nicken mit dem Kopf.

    Der Aufwand lohnt sich: Kranichpaare bleiben bis an ihr Lebensende zusammen. Gemeinsam ziehen die geselligen Tiere jedes Jahr in den Süden und wieder zurück. Dabei werden sie bis zu 65 km/h schnell, fliegen bis zu 4.000 Meter hoch und an einem Tag bis zu 1.000 Kilometer weit – ganz schön beeindruckend.

    In den Elbauen zuhause.

    Die Auen der mittleren Elbe bieten dem Grauen Kranich einen idealen Lebensraum. Denn die wasserreichen Erlenbruchwälder, Sümpfe, Moore oder Flachwasserzonen von Seen dienen dem Schönling als Brutrevier. Offenes Kulturland in unmittelbarer Umgebung nutzt der Feuchtgebietsbewohner zur Nahrungssuche. Neben vegetarischer Kost wie Mais, Getreide und Eicheln fressen Kraniche auch Insekten, Würmer, Schnecken, Frösche und Kleinsäuger.

    Mit Hilfe der Projekte des WWF werden Feuchtlebensräume wiederhergestellt und dauerhaft geschützt. So rasten nach einem Bestandstief um 1980 derzeit wieder über 300.000 Kraniche in Deutschland. Viele davon in den Elbauen.

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    Steckbrief

    Name:Kranich (Grus grus)

    Größe:90 bis 120 cm

    Gewicht:4 bis 7 kg

    Alter:15 bis 25 Jahre

    Markenzeichen:grauer Schreitvogel mit schwarz-weißer Kopf- und Halszeichnung und roter Kopfplatte

    Nahrung:kleine Fische, Kleinsäuger, Schnecken, Würmer, Getreidekörner und Samen

    Lebensraum:bevorzugt Feuchtwiesen, Moore und Sümpfe

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Europäischer Laubfrosch

    Je lauter, desto besser. Das scheinen sich auch die Laubfroschmännchen zu denken, wenn sie sich zum großen Chor zusammenfinden, um mit geballter Rufkraft die Weibchen anzulocken. Auf 90 Dezibel bringen sie es dabei, immerhin 10 Dezibel mehr als ein Presslufthammer! Aber sie rufen erst ab einer Wassertemperatur von mindestens 8 Grad. Denn Europas einziger Baumfrosch liebt es warm und sonnig.

    Gut, dass der quietschgrüne Frosch über einzigartige Saugnapffüße verfügt, mit denen er sogar an Fensterscheiben kleben bleibt. Das liegt an den Haftplatten zwischen den Zehen. Und so kann er sein Sonnenbad selbst in 30 Meter hohen Baumkronen genießen!

    In den Elbauen zuhause.

    Der Laubfrosch bevorzugt abwechslungsreiche Feuchtgebiete mit Tümpeln und feuchten Wiesen, aber auch mit Stauden und Gehölzen. Er ist ein echter Landbewohner, aber natürlich erst, nachdem er sich von der Kaulquappe zum Frosch entwickelt hat.

    Leider findet der Laubfrosch immer weniger Feuchtgebiete, weil diese entwässert oder trockengelegt werden. War er früher noch in ganz Deutschland weit verbreitet, gehört er heute leider zu den stark bedrohten Amphibienarten. Daher ist die Arbeit des WWF zur langfristigen Sicherung der Auenlandschaft an der Mittleren Elbe so wichtig.

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    Steckbrief

    Name:Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)

    Größe:3 bis 5 cm

    Gewicht:10 g

    Alter:10 Jahre

    Markenzeichen:grasgrün mit Saugnapffüßen

    Nahrung:Insekten aller Art, vor allem Käfer, Fliegen und Mücken

    Lebensraum:abwechslungsreiche Feuchtgebiete mit Tümpeln und feuchten Wiesen

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Rotbauchunke

    Die Rotbauchunke wirkt eigentlich eher unscheinbar. Gräulich-grün und warzig. Aber droht Gefahr, macht sie einen auf Oliver Kahn: In bester Torwartmanier biegt sie den Rücken durch, reckt den Kopf hoch und streckt die Beine nach vorn, sodass der Gegenüber Rot sieht – und das ist bei jeder Unke anders! Reicht die „Kahnstellung“ allein nicht, sondert die Unke ein Sekret ab, das selbst bei uns Menschen zu Schleimhautreizungen führen kann.

    Mit ganz anderen Reizen locken die Männchen zur Paarungszeit. Von April bis August blasen sie sich jedes Mal tierisch auf oder besser ihren inneren Schallsack, der die Kehle aufbläht und dabei ihre monotonen „Uuuuh“-Rufe unterstützt. Bereits 1 Woche nach erfolgreicher Befruchtung schlüpfen die Jungen. Aber dann brauchen die Larven noch einmal ca. 90 Tage für die Umwandlung zum Frosch. Und weitere 3 Jahre, bis sie mit einem lauten „Uuuuh“ zur Paarung locken.

    In den Elbauen zuhause.

    Die Elbauen bieten die idealen Lebensbedingungen für die Rotbauchunken – zum Leben, zum Überwintern und natürlich zum Laichen. Sie bevorzugen fischfreie Flachgewässer mit starker jahreszeitlicher Wasserstandsdynamik, die im Überschwemmungsgebiet der Elbe bestens gegeben sind. Die Elbauen sind ein Verbreitungsgebiet von bundesweiter Bedeutung. Mithilfe des WWF wurden in den Elbauen Maßnahmen ergriffen, die die Population der Rotbauchunke durch Neuentstehung und Optimierung von Amphibien-Laichgewässern stetig wachsen lassen. Dennoch steht die Art in Deutschland auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere.

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    Steckbrief

    Name:Rotbauchunke (Bombina bombina)

    Größe:ca. 5 cm

    Gewicht:bis zu 14 g

    Alter:ca. 3 Jahre

    Markenzeichen:rot gefleckte Unterseite und das typisch unkenhafte Rufen

    Nahrung:überwiegend lebende tierische Nahrung – meist Käfer und Insekten

    Lebensraum:bevorzugt fischfreie Flachgewässer

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Rotmilan

    Die einen nennen ihn Rotmilan wegen seines rötlichen Gefieders, andere kennen ihn als Königsmilan, weil er so majestätisch am Himmel gleitet. Denn statt von einem Ansitz aus zu jagen, kreist er lieber im Suchflug über den Wäldern und Feldern. Dabei kann man ihn dank seines gegabelten Schwanzes schon von Weitem erkennen. Ihm verdankt er seinen vielleicht bekanntesten Namen: „Gabelweihe“. Wie man ihn auch nennt – eines ist sicher: Man sieht den König der Lüfte leider immer seltener.

    So elegant er in der Luft sein mag, beim Nestbau ist der Rotmilan eher von der unordentlichen Sorte. Er verbaut alles, was ihm vor den Schnabel kommt: von der Plastiktüte über alte Zeitungen bis zur Unterhose. Auch bei der Futtersuche ist er nicht sonderlich wählerisch, denn neben Kleintieren und Vögeln gibts Regenwürmer oder Aas. Wie Geier macht er Jagd auf verletzte oder tote Tiere. Und fliegt dafür geduldig hinter Traktoren her.

    In den Elbauen zuhause.

    Der Rotmilan baut auf hohen Bäumen seine Horste und benötigt offene Landschaften, um nach Nahrung zu jagen. Daher bieten ihm die strukturreichen Elbtalauen mit Auenwäldern, -wiesen und -gewässern ideale Lebensbedingungen. Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit leben in Deutschland, die meisten davon im Osten des Landes mit Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt.

    Das Überleben wird für den Rotmilan durch die Bewirtschaftung der riesigen Raps- oder Maisfelder immer schwieriger, da er von oben seine Beute nicht mehr sehen kann. Was er leider auch oft nicht sieht, sind Windräder. Und so wird der Mensch hier mit seinem guten Ansatz, Ressourcen zu sparen, plötzlich zum größten Feind dieses wundervollen Greifvogels.

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    Steckbrief

    Name:Rotmilan/Königsmilan/Gabelweihe (Milvus milvus)

    Größe:ca. 61 bis 72 cm

    Flügelspannweite:bis zu 170 cm

    Markenzeichen:gegabelter Schwanz

    Nahrung:Aas, Kleinnager, Vögel aber auch Futter von Mülldeponien

    Lebensraum:offene Landschaften mit kleinen Gehölzen, wie zum Beispiel Wiesen und Felder und bewirtschaftete Flächen

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Schlammpeitzger

    Eigentlich müssten wir alle einen Schlammpeitzger zuhause haben: Er kann nämlich das Wetter vorhersagen! Schon die geringsten Wetterschwankungen machen ihn unruhig – vor allem Gewitter. Aber natürlich lebt er lieber im schlammigen Grund von Kleingewässern, wo sich der nachtaktive Fisch tagsüber gerne eingräbt. Und bei Trockenheit oder Winter auch schon mal über einen längeren Zeitraum.

    Und das funktioniert so: Der etwa 20 cm lange Überlebenskünstler atmet nicht nur durch Kiemen, sondern auch über die Haut. Oder der Schlammpeitzger schluckt Luft und nutzt so den Sauerstoff. Dafür schnappt er an der Wasseroberfläche nach Luft, die dann in den Darm gepresst wird, der dabei wie eine Lunge arbeitet. Dadurch kann der Fisch auch in sauerstoffarmen oder zeitweise austrocknenden Gewässern überleben. Tief eingegraben verfällt er dann in eine Art Schlaf und wartet, bis der Spuk der Wasserknappheit vorbei ist.

    In den Elbauen zuhause.

    Der Schlammpeitzger ist perfekt an die Bedingungen in der Flussaue angepasst: flache Flutmulden, Rinnen, Senken und Altarme mit wechselnden Wasserständen und schön viel Schlamm. Hier gräbt er sich tagsüber, bei Trockenheit oder zum Überwintern ein. Obwohl er ein wahrer Überlebenskünstler ist, gilt sein Bestand in Deutschland heute als stark gefährdet. Seit dem 18. Jahrhundert hat der Mensch den Lebensraum des Schlammpeitzgers trockengelegt: die Feuchtgebiete und Flussauen.

    Durch Renaturierungen und großflächigen Schutz der Auenlandschaft an der Mittleren Elbe bietet sich die Möglichkeit, Auengewässer als Lebensraum für den Schlammpeitzger sicherzustellen.

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    Steckbrief

    Name:Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis)

    Größe:ca. 20 cm

    Gewicht:knapp 100 g

    Alter:bis zu 20 Jahren

    Markenzeichen:langer aalartiger Körper mit runder Schwanzflosse

    Nahrung:kleine wirbellose Tiere wie Würmer, Weichtiere, Insektenlarven und Kleinkrebse, die er nachts aus dem Bodenschlamm ausgräbt

    Lebensraum:schlammige, nährstoffreiche, warme und vorwiegend kleine Gewässer mit wechselnden Wasserständen und viel Schlamm sowie schwach strömende Fließgewässer mit Alt- und Totarmen

    Schutzstatus:geschützt

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  • Schwalbenschwanz

    Er ist ein wahrer Gigant der Lüfte. Mit einer Flügelspannweite von 5 bis 7,5 cm gehört der Schwalbenschwanz zu den größten Falterarten, die man in Deutschland zu Gesicht bekommt. Seinen Namen verdankt der seltene, kunstvoll gemusterte Prachtkerl übrigens seinen nach hinten spitz zulaufenden Flügeln. Sie sehen den Schwanzfedern der Schwalbe wirklich sehr ähnlich.

    Natürlich benötigt ein so großes Tierchen auch einen entsprechenden Lebensraum. So legen die Weibchen bei der Eiablage beeindruckende Strecken zurück, um für jedes ihrer etwa 150 Eier die geeignete Pflanze zu finden. Jedes Ei benötigt dabei eine eigene Pflanze, die der geschlüpften Raupe später als Futterquelle dient. Da die Raupen einzeln auftreten, richten sie bei der Nahrungsaufnahme keine nachhaltigen Schäden an.

    In den Elbauen zuhause.

    Schwalbenschwänze sind sehr fürsorgliche Eltern. Deshalb suchen sie ihren Wohnsitz auch ganz nach den Bedürfnissen ihres Nachwuchses aus. Und Schwalbenschwanz-Raupen haben nun mal Doldenblütler zum Fressen gern. Der Schmetterling kommt in den Elbauen auf sonnigen Sanddünen vermehrt vor, denn die warmen, trockenen und blütenreichen Erhebungen in der sonst feuchten Aue dienen ihm auch als Platz für die Paarung.

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    Steckbrief

    Name:Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

    Größe:Bis zu 7,5 cm Flügelspannweite

    Alter:bis zu 2,5 Monaten

    Markenzeichen:kunstvolle Musterung auf den nach hinten spitz zulaufenden Flügeln

    Nahrung:Raupen bevorzugen Doldenblütler wie etwa die Wilde Möhre

    Lebensraum:sonniges, offenes Gelände, wie z.B. Grünlandbestände, Ackerflächen und Trockenrasen

    Schutzstatus:besonders geschützt

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  • Schwarzstorch

    Der Schwarzstorch ist, wie der Name schon sagt: schwarz. Ansonsten hat er, wie sein weißer Verwandter, die typischen langen roten Beine, einen langen roten Schnabel und eine riesige Schwäche für Fische. Aber anders als der Weißstorch lebt und brütet der scheue Vogel zurückgezogen in dichten, an Feuchtgebiete angrenzenden Wäldern – zumindest im Sommer.

    Denn im Herbst gehts nach Afrika, wobei die Elbe-Störche am liebsten über Italien und Spanien reisen – und deshalb auch Westzieher genannt werden. Dabei reist ein Schwarzstorchpaar nicht nur zusammen, es bleibt sich auch ein Leben lang treu und kehrt jedes Jahr in seinen alten Horst zurück. Hier besitzt der Schwarzstorch Horstschutz, sodass sich niemand seinem Nest bis auf 200 Meter nähern darf. Und das ist gut so, denn nur so kann der störungsanfällige Vogel in Ruhe an seiner Population arbeiten.

    In den Elbauen zuhause.

    „Adebar“ heißt übersetzt so viel wie „Glücksbringer“. Leider galt das nur für den Weißstorch – der brachte Glück und den Nachwuchs. Der Schwarzstorch jedoch wurde wegen seines schwarzen Gefieders als Unheilsbringer gesehen und dementsprechend gejagt bis er fast ausgerottet war. Aber auch der Mangel an geeignetem Lebensraum erschwert es zusätzlich, dass sich der Bestand rascher erholt. Umso wichtiger ist die Arbeit des WWF zum Erhalt und zur Renaturierung der Elbauen.

    Diese einzigartige Flusslandschaft bietet dem Schwarzstorch nahezu perfekte Bedingungen. In den dichten, alten Waldbeständen findet er ein ideales, störungsfreies Brutgebiet und ausreichend Deckung. Die angrenzenden Feuchtgebiete, die durch die Rückgewinnung von ehemaligen Überflutungsflächen und Hochwasserrückhalteflächen entstanden sind, sorgen für ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Fischen, Amphibien und Wasserpflanzen.

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    Steckbrief

    Name:Schwarzstorch (Ciconia nigra)

    Größe:ca. 1 m Körperlänge

    Gewicht:ca.3kg

    Flügelspannweite:1,90 m

    Alter:bis zu 18 Jahren

    Markenzeichen:roter Schnabel, rote Beine, schwarzes Gefieder

    Nahrung:Insekten, Fische, Frösche, Mäuse, Wasserpflanzen

    Lebensraum:naturbelassene, reich strukturierte Wälder mit Sümpfen und Tümpeln oder in der Nähe von Feuchtgebieten oder Gewässern

    Schutzstatus:streng geschützt

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  • Europäischer Stör

    Der Stör sieht nicht nur ein bisschen aus wie ein Hai, dieser Knochenfisch gehört ebenso zu den lebenden Fossilien. Mit bis zu 3,5 m Länge und einem Gewicht von mehr als 300 kg kann ein Stör enorme Ausmaße annehmen. Im Meer, wo er normalerweise einzelgängerisch lebt, ist das kein Problem. Aber wenn er zur Hochzeit in die Heimat reist, braucht er große, vor allem barrierefreie Gewässer, die ihm das Wandern ermöglichen und in denen er geeignete Laichplätze findet. Die Elbe könnte das wieder werden!

    Diese Flüsse wandert der Stör dann von den Küsten hinauf und nach der Paarung gleich wieder zurück. Und das alle paar Jahre aufs Neue – in der Elbe wären das immerhin rund 400 km. Das erste Mal gehen die Störe mit etwa 3 Jahren auf Wanderschaft, geheiratet wird aber erst im „hohen Alter“: Männchen mit 10, Weibchen sind sogar schon 13 Jahre alt.

    In den Elbauen zuhause.

    Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wanderte der Stör in großen Stückzahlen bis zur Mittleren Elbe. Heute hat sich sein Bestand drastisch reduziert. Durch Lebensraumzerstörung, Schifffahrt und Fischerei ist er aus der Elbe verschwunden.

    Seit den 1990er-Jahren gibt es jedoch intensive Bemühungen, das Aussterben des Störs durch Wiederansiedlungsprogramme zu verhindern, wobei die Mittlere Elbe und ihre Zuflüsse sehr gute Voraussetzungen für das Überleben dieses lebenden Fossils bieten. Der anspruchsvolle Stör fungiert dabei gleichzeitig als „Schirmart“ für viele andere wasserabhängige Organismen und Lebensräume. Denn wo er überlebt, fühlen sich viele andere Arten wohl. Sollte es auf Dauer gelingen, die Mittlere Elbe und ihre Nebenflüsse für diesen seltenen Fisch ausreichend zu renaturieren, könnte sich die biologische Vielfalt dieser Gewässer insgesamt enorm verbessern.

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    Steckbrief

    Name:Europäischer Stör (Acipenser sturio)

    Größe:bis zu 3,5 m

    Gewicht:über 300 kg

    Alter:Gerüchten zufolge kann der Stör 100 Jahre alt werden

    Markenzeichen:Gezackter Rückenkamm und ein schnabelartiges Maul mit langen Barteln

    Nahrung:vor allem kleine, bodenbewohnende Organismen wie Würmer, Krebstiere, Weichtiere, Insektenlarven aber manchmal auch Fische

    Lebensraum:die Dauerschwimmer pendeln zwischen tieferen Seen, Flüssen und dem Meer

    Schutzstatus:streng geschützt

    Weitere Bewohner
  • Urzeitkrebse

    Wenn einer eine perfekte Überlebensstrategie hat, dann ist das wohl der Urzeitkrebs Eubranchipus grubii, auch Frühjahrskiemenfuß genannt. Er zählt nicht umsonst zu den ältesten Tierarten überhaupt und ist so etwas wie ein echtes lebendes Fossil. So lange überleben konnte er nur, weil er (oder besser sie, denn die meisten Urzeitkrebse sind Weibchen) perfekt an seinen Lebensraum angepasst ist: Tümpel oder Pfützen in den Überflutungsgebieten großer Flüsse.

    Wenn die Tümpel mal austrocknen, ist das nicht weiter schlimm. Die „Dauereier“ der Urzeitkrebse können jahrelang unbeschadet im trockenen Boden auf ihre Befruchtung warten. Wenn dann aber das Wasser kommt, geht alles ganz schnell: Nur 2 Tage brauchen die Larven zum Schlüpfen. Und innerhalb von 2 Wochen sind die kleinen Krebse geschlechtsreif. Wenn dann kein passender Partner zur Stelle ist, befruchten sich die Weibchen einiger Arten einfach selbst.

    In den Elbauen zuhause.

    Den Menschen, wie wir ihn heute kennen, gibt es seit ca. 200.000 Jahren. Darüber kann der Frühjahrskiemenfuß nur lachen! Seit über 220 Millionen Jahren besiedelt er die Erde und sieht immer noch so aus wie damals. Nur die Welt um ihn herum hat sich immer weiter verändert. Heute ist sein Lebensraum bedroht.

    Der urtümliche Winzling bevorzugt Temporär-Gewässer. Das sind Gewässer, die nicht immer Wasser führen und im Sommer oft austrocknen, wie sie in den Überschwemmungsgebieten entlang der Mittleren Elbe ursprünglich weit verbreitet waren. Durch Absenken des Grundwasserspiegels, Deichbau und Landwirtschaft wurden große Teile der ursprünglichen Elbtalauen mit ihren vielen Kleingewässern zerstört. Durch die Arbeit des WWF sollen diese wertvollen Überflutungsflächen zurückgewonnen und langfristig gesichert werden, damit die Urzeitkrebse unsere Welt noch lange bereichern.

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    Steckbrief

    Name:Urzeitkrebse (Eubranchipus grubii)

    Größe:0,5 bis 3 cm

    Alter:3 bis 6 Monate

    Markenzeichen:fast durchsichtiger, rötlich gefärbter Körper. Die Weibchen haben an jeder Seite einen dunkelblauen Streifen

    Nahrung:Plankton

    Lebensraum:temporäre Gewässer in Überflutungsgebieten ohne Fischbestand

    Schutzstatus:kein Schutzstatus

    Weitere Bewohner
  • Wachtelkönig

    Man sieht ihn nicht nur selten, weil er so selten vorkommt. Sondern vor allem wegen seiner Tarnung: Denn dank seines braunen Gefieders kann er sich in der dichten, hohen Wiesenvegetation perfekt verstecken. Dabei ist er am liebsten zu Fuß unterwegs. Wenn er doch mal kurze Strecken fliegt, lässt er die Beine baumeln und flattert mit seinen kurzen Flügeln im Tiefflug über die Gräser. Da würde man nicht glauben, dass er im Herbst die Langstrecke bis nach Ost- und Südafrika schafft.

    Wenn man ihn schon nicht sieht, so kann man den nachtaktiven Wachtelkönig zumindest gut hören: Sein knarrendes „Crex crex“ hat ihm auch den Beinamen „Wiesenschnarrer“ eingebracht. Damit lockt er die Weibchen zu sich ins Nest. Kaum gepaart, macht sich das Männchen aber sofort wieder vom Acker, um sich das nächste Weibchen zu angeln.

    In den Elbauen zuhause.

    Die knarrenden Rufe der Männchen waren früher häufig zu hören, sind jedoch heute infolge intensiver Landwirtschaft immer seltener geworden. Die Verbreitung des Wachtelkönigs ist hauptsächlich an ausgedehnte Grünlandbereiche gebunden. Die Projekte des WWF an der Mittleren Elbe tragen dazu bei, durch Renaturierungen und Nutzungsanpassungen der Auenwiesen die Lebensraumansprüche des Wachtelkönigs zu verbessern. Hierbei ist vor allem die Vegetationshöhe von Bedeutung: Mindestens 30 cm hohe Staudenpflanzen und Feuchtgrünland sollten es schon sein, damit er sich besonders zuhause fühlt.

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    Steckbrief

    Name:Wachtelkönig (Crex crex)

    Größe:25 cm

    Gewicht:30 bis 40 g

    Markenzeichen:sein knarrender Ruf

    Nahrung:Insekten und andere Kleintiere wie Käfer, Heuschrecken, Libellen, kleine Frösche und Schnecken

    Lebensraum:Feuchtwiesen und -brachen mit deckungsreicher Vegetation von mindestens 30 cm Wuchshöhe

    Schutzstatus:streng geschützt

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  • Wasserfledermaus

    Wird es dunkel in den Elbauen, geht die Wasserfledermaus auf Beuteflug. Gejagt wird per Echoortung. Rund 160-mal die Sekunde stößt sie ihre Hochfrequenzrufe aus, um so ihre geliebten Zuckmücken im Dunkeln auf der Wasseroberfläche zu erkennen. Jetzt kommen ihre viel zu großen Füße zum Einsatz, die ein bisschen an Laubbesen erinnern. Die sehen zwar lustig aus, sind aber ungeheuer praktisch: Denn so kann das Leichtgewicht die Beute quasi von der Wasseroberfläche harken und dann mit seinen Krallen aus dem Wasser angeln. Die Beute wird sofort im Flug verspeist. Und auch hier ist die Wasserfledermaus blitzschnell: In wenigen Millisekunden ist sie bereits wieder auf der Jagd nach dem nächsten Leckerbissen. So sehr die Wasserfledermaus auch an die Jagd über Wasser angepasst ist, so wenig mag sie es, ins Wasser zu fallen.

    In den Elbauen zuhause.

    Die abwechslungsreiche Auenlandschaft an der Mittleren Elbe mit vielen gewässernahen Wäldern bietet dem kleinen Jäger ideale Lebensbedingungen, bevorzugt er doch Waldränder mit Baumhöhlen für sein Sommerquartier in direkter Nachbarschaft zu seinem feuchten Jagdrevier: stille Gewässer wie langsam fließende Flüsse, Bäche oder Teiche. Den Winter verschlafen die Wasserfledermäuse in frostsicheren Höhlen, bis es wieder wärmer wird und die Insekten zurückkehren.

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    Steckbrief

    Name:Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

    Klasse:Fledermaus (Familie der Glattnasen)

    Flügelspannweite:24 bis 27 cm

    Gewicht:7 bis 15 g

    Alter:ca. 3 Jahre

    Markenzeichen:enorm große Füße

    Nahrung:Zuckmücken, Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Schmetterlinge, kleine Fische

    Lebensraum:gewässernahe Wälder, stille Gewässer, langsam fließende Flüssen, kleine Bächen oder Teiche

    Schutzstatus:nicht geschützt

    Weitere Bewohner
  • Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

    Wie der Name schon sagt, kommt der seltene Falter vor allem in feuchten Regionen mit Wiesenknopfbeständen vor, denn auf und um die Pflanze herum findet fast das gesamte Leben des Ameisenbläulings statt. Hier kommt es zur Paarung, hier legt er seine Eier ab – und sie dient den Raupen im Frühstadium als Nahrung. Jedenfalls so lange, bis sich die Raupen in die Tiefe stürzen.

    Dort lassen sie sich von ihrem Feind, der Roten Gartenameise, retten und sogar in deren Nest bringen, wo die Raupen überwintern. Und nebenbei ganz genüsslich den Ameisennachwuchs verspeisen. Wieso die Ameisen nichts dagegen tun? Das liegt an dem honigartigen Sekret, das die Raupen absondern. Und das schmeckt so lecker, dass die Ameisen einfach nicht widerstehen können. Das geht für den Ameisenbläuling aber nur so lange gut, bis aus der Puppe ein Schmetterling schlüpft. Denn der kann kein Honigsekret produzieren und wird nun selbst zur Beute. Deshalb gilt: sofort raus aus dem Feindesnest und ab zum nächsten Wiesenknopf!

    In den Elbauen zuhause.

    Den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling findet man von Mitte Juli bis Mitte August auf den feuchten Wiesen in der Aue von Elbe und Mulde, wenn der Große Wiesenknopf vorhanden ist. Die unscheinbaren, kleinen Falter werden häufig nur wenige Tag alt. Kaum erwachsen, paaren sie sich auf der Wiesenknopfblüte und alles fängt wieder von vorn an. Diese Abhängigkeit von einer Pflanze und einem perfekten Umfeld macht ein Überleben für den Wiesenknopf-Ameisenbläuling nicht unbedingt einfach. Deshalb steht der Schmetterling als besonders gefährdete Art unter strengem Schutz. Die Lebensbedingungen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings verdeutlichen die Bedeutung der mageren Flachlandmähwiesen an der Mittleren Elbe, die mithilfe einer extensiven Bewirtschaftung langfristig erhalten werden können.

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    Steckbrief

    Name:Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous)

    Größe:Raupe ca. 14 mm

    Flügelspannweite:28 bis 33 mm

    Markenzeichen:Flügelunterseite braun mit einer Reihe schwarzer Punkte, Flügeloberseite der Männchen graublau

    Nahrung:Falter saugt den Nektar des Großen Wiesenknopfes

    Lebensraum:Feuchtwiesen mit Wiesenknopfbestand

    Schutzstatus:streng geschützt

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