Kooperation
Deutsche Wildtier Stiftung
Seit 2018 unterstützt VILSA die Deutsche Wildtier Stiftung bei Projekten zur Förderung natürlicher Lebensräume bedrohter Tierarten in Deutschland. Die geförderten Maßnahmen umfassen beispielsweise die Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen, die Anlage und Pflege naturnaher Flächen, den Schutz von Brut- und Rückzugsgebieten sowie Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Bedingungen für heimische Wildtierarten. Damit unterstützt VILSA konkrete Naturschutzprojekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Das Tier des Jahres 2026
Die Wahl ist entschieden: der Rothirsch ist das Tier des Jahres 2026. In der öffentlichen Abstimmung der Deutschen Wildtier Stiftung setzte sich der majestätische Geweihträger gegen den Goldschakal und das Hermelin durch und gewann die meisten Stimmen.
Mit der Wahl zum Tier des Jahres führt die Deutsche Wildtier Stiftung die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort. Seit 2017 initiiert sie die Abstimmung und kürt jedes Jahr ein Säugetier, das besondere Aufmerksamkeit verdient, weil es bedroht ist, sein Lebensraum zunehmend unter Druck gerät oder es in Konflikt mit dem Menschen steht.
Mehr Infos zu den bisherigen Wahlen und dem Rothirsch findest du hier: Deutsche Wildtier Stiftung.
European Wildlife Film Awards
VILSA engagiert sich für den Schutz der Biodiversität:
Preisverleihung beim European Wildlife Film Award in der Botschaft der Wildtiere in Hamburg
Zum Auftakt der European Wildlife Film Awards, Europas neuem, hochkarätigem Naturfilmpreis, wurde der mit 10.000 Euro dotierte und von VILSA gesponserte Preis für den EWFA 2025 in der Kategorie „Biodiversität“ von unserem Gesellschafter Henning Rodekohr an das Gewinner-Paar übergeben. Wir gratulieren herzlich Jan Haft, der sich erfolgreich unter den hochkarätigen Wettbewerbsbeiträgen durchsetzen konnte. Gemeinsam mit seiner Frau Melanie Haft, Head of Production, und seinem talentierten Team hat er ein Herzensprojekt realisiert, das die beeindruckenden Facetten unserer Wälder in atemberaubenden Bildern festhält und gleichzeitig zum Schutz dieser wertvollen Ökosysteme aufruft. Die Idee, durch die Auszeichnung Europas bester Naturfilme einem breiten Publikum auf emotionale Weise die Vielfalt der europäischen Flora und Fauna sowie deren Lebensräume und Gefährdungen näherzubringen, hat uns sofort begeistert und uns zu diesem Sponsoring veranlasst.
Das haben wir gemeinsam erreicht
Wildtierland
Wirtschaften mit der Natur
Die Deutsche Wildtier Stiftung verfolgt das Ziel, Lebensräume für Wildtier- und Pflanzenarten durch Flächenerwerb und Naturschutzmaßnahmen langfristig zu sichern. VILSA unterstützt ausgewählte Projekte der Stiftung, darunter Maßnahmen auf dem Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern und auf der Wacholderheide Fintel. Damit setzen wir unser langjähriges Engagement fort, in Rahmen dessen in der Vergangenheit unter anderem auch schon Maßnahmen im Aschhorner Moor bei Stade, für Wildbienen in Hamburg und für Feldhamster in Algermissen, Niedersachsen, gefördert wurden. Die unterstützten Maßnahmen umfassen beispielsweise die Entwicklung naturnaher Flächen, die Pflege von Heide- und Offenlandbereichen, die Wiedervernässung von Moorflächen sowie den Erhalt strukturreicher Landschaftselemente. Die Maßnahmen werden von der Deutschen Wildtier Stiftung geplant und umgesetzt.
2023: Fortsetzung der Renaturierung des Goldbachs in Klepelshagen
Der Goldbach, ein sechs Kilometer langer Wasserlauf im Klepelshagener Wald- und Feldgebiet, ist seit 2020 in mehreren Schritten renaturiert worden.
Im ersten Abschnitt wurde ein künstlicher Wassergraben geschlossen und der Bach in seinen natürlichen Verlauf zurückgebracht. Durch Stauelemente und natürliche Ufergestaltung wurden neue Kleinstlebensräume für Vögel und Insekten geschaffen sowie Trittsteine und Wanderkorridore für Tiere wie Fischotter, Teich- und Kammmolche, Erdkröten und Rotbauchunken. Zwei angrenzende Wiesen, die früher regelmäßig bei Hochwasser überflutet wurden, wurden ebenfalls revitalisiert. Insgesamt wurde so eine Fläche von 1.150.000 m² im Einzugsbereich durch die Entstehung zahlreicher Habitate ökologisch aufgewertet.
Im zweiten Bauabschnitt wurde der Bach weiter durch einen Erlenwald geführt, durch den sich jetzt der neue Bachverlauf schlängelt und der nun bei Hochwasser wieder als Aue fungieren kann. Daran schließt sich eine durch die Maßnahme revitalisierte Nasswiese an und es wurde ein Teich angelegt, der durch den Bach gespeist wird. Dadurch wird mehr Wasser in der Fläche zurückgehalten, was besonders in trockenen Sommern von Vorteil ist. Ein Ablass im Uferbereich des Teiches sorgt dafür, dass der Bach mit Wasser versorgt wird.
Durch diese Maßnahmen wurde der Goldbach auf über 400 Metern Länge in sein natürliches Bett zurückgebracht, was die ökologische Durchgängigkeit verbessert. Die Renaturierung schafft neue Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten, darunter Amphibien, Insekten und Feuchtwiesengewächse.
Deutsche Wildtier Stiftung erhält UN Dekade-Auszeichnung
Herzlichen Glückwunsch an die Deutsche Wildtier Stiftung für die Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade für das Projekt „Gut Klepelshagen – Artenreiche Feuchtgebiete in der intensiven Agrarlandschaft“ im Jahr 2023! Diese Anerkennung unterstreicht das Engagement und die hervorragende Arbeit, die zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume beitragen. Die Auszeichnung würdigt die Vielseitigkeit und herausragende naturschutzfachliche Qualität der von der Deutschen Wildtier Stiftung initiierten und umgesetzten Projekte zur Entwicklung, Wiederherstellung und zum Erhalt von Lebensräumen auf dem Gut Klepelshagen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem die Wiedervernässung von Moorflächen, die Entwicklung naturnaher Lebensräume sowie der Erhalt ökologisch wertvoller Kulturlandschaften.
Erfahre jetzt mehr
2022/23: Pflege der Wacholderheide Fintel
Fintel, mit einer Fläche von 276 Hektar, ist der Ursprungsort der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Gründer Haymo G. Rethwisch war seit den 1960er Jahren in der niedersächsischen Nordheide aktiv. Etwa 110 Hektar der Fläche werden heute ökologisch bewirtschaftet, während der Rest aus Waldflächen, Mooren und Heiden besteht. Die Landschaft entlang der Fintau ist reich strukturiert und abwechslungsreich.
Im Finteler Wald werden ehemalige Nadelholzbestände schrittweise durch standortgerechte Laubbaumarten ergänzt. Ziel der Maßnahmen ist die Entwicklung von Laubmischwaldbeständen, die den örtlichen Standortbedingungen entsprechen.
Die landwirtschaftlichen Flächen werden von regionalen Betrieben bewirtschaftet, die nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus zertifiziert sind.
Im Jahr 2022 haben wir die Pflege der Wacholderlandschaft in Fintel finanziell unterstützt. An die Heideflächen angrenzende Kiefernbestände sollen in den kommenden Jahren durch die Deutsche Wildtier Stiftung mit Eichen-Verjüngungsinseln ergänzt werden. Zusätzlich werden durch gezielte Auflichtung bestehende Laubbäume in ihrer Entwicklung unterstützt. VILSA hat für diese Maßnahmen 2024 1.450 Pflanzen inklusive Pflanzarbeit und Flächenvorbereitung gefördert.
Im Jahr 2023 wurden Maßnahmen zur Gestaltung des Waldaußenrandes umgesetzt. Zum Schutz der neu gepflanzten Setzlinge wurde auf einen Zaunbau verzichtet. Stattdessen erfolgte eine Anpassung des Jagdmanagements in Abstimmung mit den örtlichen Jagdpächtern.
Aufgrund des starken Wachstums von Brennnesseln und Brombeeren im Frühjahr 2023 wurde im Juni ein Freischnitt durchgeführt, um die neu gepflanzten Sträucher und Bäume von Bewuchs freizuhalten. Zusätzlich wurde die Fläche einmalig bewässert.
Die durch den Verzicht auf den Zaunbau verfügbaren Mittel wurden für den Erwerb weiterer Pflanzen sowie für die Durchführung des Freischnitts und der Bewässerungsmaßnahme eingesetzt.
2022/23: Renaturierung des Aschhorner Moor bei Stade
Die Deutsche Wildtier Stiftung erwarb 2022 das ehemalige Hochmoor Aschhorner Moor mit Unterstützung des Wildnisfonds, einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Das 471 Hektar große Wildnisgebiet liegt etwa 3 Kilometer südwestlich von Drochtersen im Landkreis Stade, Niedersachsen. Angrenzend an das Gebiet befinden sich Acker- und Grünlandflächen.
Um die Renaturierung des Aschhorner Moor zu beschleunigen, erwarb die Stiftung zusätzlich die Abbaurechte, wodurch der Torfabbau 2024 vorzeitig beendet wurde, sodass mehr Torf im Boden verbleibt.
Das ehemalige Hochmoor wurde vor vielen Jahrzehnten für die Landwirtschaft entwässert. In Bereichen, in denen der Torfabbau abgeschlossen ist, wurden durch Wiedervernässungsmaßnahmen Lebensräume für seltene, an Moore angepasste Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Wachsende Moore können Kohlenstoff im Torf speichern. Die Wiedervernässung trägt dazu bei, die natürlichen Moorfunktionen zu erhalten oder wiederherzustellen.
Mit Förderung von VILSA wurden 2023 verschiedene Kartierungen durchgeführt, darunter die Erfassung von Brut- und Wasservögeln sowie Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet. Weiterhin wurden Amphibien und Libellen erfasst. Die Daten bilden die Grundlage für einen Entwicklungsplan in 2024.
Die Dauerbeobachtungsflächen von 2 x 2 Metern zeigen Veränderungen in der Vegetation, darunter das Wachstum von Torfmoosen und anderen wertvollen Arten.
Brutvögel wurden anhand akustischer und optischer Erfassungsmethoden untersucht, wobei insgesamt 69 Arten mit einer Brut nachgewiesen wurden, darunter gefährdete Arten.
24 Libellenarten wurden nachgewiesen, von denen sich 12 im Moor fortpflanzen, darunter gefährdete Arten wie die Große Moosjungfer und die Nordische Moosjungfer.
Für die Amphibien wurden Untersuchungen durchgeführt, die vorläufig das Vorkommen von Moor- und Teichfrosch im südlichen Teil des Moores feststellten.
Weitere Erfolge unseres Engagements
Wildtierfreundliche Landschaftsgestaltung auf der Ackerfläche „Tiefer Kolk“ auf Gut Klepelshagen
Mit Unterstützung von VILSA wurden bereits 2019 600 m Baumreihe an zwei Standorten gesetzt: 350 m mit wilder Vogelkirsche, Wildbirne und Eberesche sowie 250 m mit alten regionalen Obstsorten. Zudem wurde eine 2018 begonnene Hecke um weitere 500 m ergänzt.
Mit den neuen Baumreihen und den ergänzten Hecken wird der großen Ackerfläche noch mehr Struktur gegeben. Diese ökologischen Trittsteine sind wichtig, um Wildtieren Deckung zu geben und Nahrungsangebot zu schaffen.
Außerdem bieten sie Windschutz und helfen bei der Feuchtigkeitsregulation auf den Flächen.
Neue Lebensräume für Sumpfschildkröte und Edelkrebs in Klepelshagen
2022 haben wir die Deutsche Wildtier Stiftung dabei unterstützt, ein Wiederansiedlungsprojekt für die Sumpfschildkröte und den Edelkrebs zu starten.
Hier werden geeignete Lebensräume geschaffen und Maßnahmen wie die Messung der Bodentemperaturen umgesetzt, um optimale Bedingungen für die Fortpflanzung zu schaffen. Die Grünlandbereiche werden extensiv mit Schafen beweidet, um die Vegetation kurz zu halten und offene Sandstellen zu schaffen. Gehölze werden entfernt und verlandete Sölle renaturiert. Das Entfernen von Weidengehölzen rund um ein wichtiges Gewässer ist eine zentrale Maßnahme des Projekts, um den Lebensraum der Sumpfschildkröte zu verbessern.
Der Europäische Edelkrebs, der früher in deutschen Gewässern weit verbreitet war, ist heute vom Aussterben bedroht. Die Verbauung der Gewässer, Umweltverschmutzung und die Einschleppung von nordamerikanischen Krebsarten, insbesondere des Signalkrebses, der die Krebspest überträgt, stellen große Gefahren dar. Während die nordamerikanischen Arten die Krankheit überleben, stirbt der Europäische Edelkrebs daran. Die meisten Gewässer wurden bereits von der Krankheit und den eingeschleppten Arten betroffen. Auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung in Klepelshagen gibt es jedoch noch krebsfreie Solitärgewässer, in denen der Europäische Edelkrebs eine Überlebenschance hat. Vor der Auswilderung wurden alle Gewässer getestet, um sicherzustellen, dass sie nicht bereits von eingebürgerten Arten besiedelt sind. Glücklicherweise waren alle Gewässer frei von Krebsen und die Auswilderung konnte beginnen.
Wiedervernässung des Großen Moosbruchs in Klepelshagen
VILSA unterstützt ein mehrjähriges Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung zur Renaturierung eines 4,2 Hektar großen Moorgebiets, das derzeit zeitweise trockenfällt. Derzeit entziehen Birkenbewuchs und Entwässerungsgräben dem Moor Wasser. Im Rahmen des Projekts wurde 2024 der Birkenaufwuchs entfernt und ein hydrologisches Gutachten erstellt. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse ist die Wiedervernässung des Moorgebiets geplant.
Waldumbau in Fintel
VILSA setzte sein mehrjähriges Engagement für eine artenreiche und teilweise geschützte Wald- und Kulturlandschaft fort. Einige Teilstücke sind von alter, anfälliger Kiefernmonokultur bewaldet, was die Vielfalt der Lebensräume beeinträchtigt. Im Rahmen dieses Engagements wurde weiterhin der Waldumbau von Kiefernmonokulturflächen in einen naturnahen Mischwald vorangetrieben. Dabei wurden autochthone Buchen und Eichen angepflanzt, um die ökologische Vielfalt zu fördern und die Widerstandsfähigkeit des Waldes zu erhöhen. Zusätzlich wurde eine Infotafel zur bereits durchgeführten Umgestaltung der Wacholderheide erstellt, um Besucher über die Bedeutung und die Fortschritte der Maßnahmen zu informieren.
Wiedervernässung des Aschhorner Moor bei Stade
VILSA setzt sein Engagement für eine dauerhafte Wildnisfläche fort. Einige Teilstücke sind noch abgetorft oder als Grünflächen ausgewiesen, bieten jedoch eine besondere Artenvielfalt. Im Jahr 2023 wurde bereits mit der Konzeptentwicklung zur Wiedervernässung der Grünlandfläche begonnen. Seit 2025 wurde die Wiedervernässung aktiv umgesetzt, um die ökologische Vielfalt des Gebiets zu erhalten und zu fördern.
Schutz eines Feuchtgebiets im Nationalen Naturerbe Abtshagen
VILSA hat ein mehrjähriges Engagement für eine nationale Naturerbe-Fläche gestartet, die von Austrocknung bedroht ist. Das Feuchtgebiet steht im Fokus, da es durch den Rückgang des Wasserstandes gefährdet ist. Im Jahr 2024 wurde ein hydrologisches Gutachten erstellt, das als Grundlage für ein Vernässungskonzept diente. Anschließend konnte die Wiedervernässung des Gebiets durchgeführt werden. Durch diese Maßnahmen wurde der natürliche Wasserhaushalt wiederhergestellt, um die Lebensräume zu schützen und die Biodiversität zu erhalten.
Feldhamsterschutz
Leben neben der Landwirtschaft
Der Feldhamster ist eine äußerst gefährdete Art in Deutschland und benötigt Gebiete mit besonders fruchtbarem Boden. Ironischerweise werden genau diese Gebiete oft intensiv landwirtschaftlich genutzt, was den Schutz des Feldhamsters erschwert. Maßnahmen zum Schutz der Art sind kostspielig, da sie von den Landwirten einen Verzicht auf landwirtschaftliche Nutzung erfordern, was wiederum Ertragseinbußen mit sich bringt.
Wir halten zusammen:
Gemeinsam für den Feldhamster!
Feldhamsterschutz funktioniert nur in Zusammenarbeit mit Landwirten. Deshalb berät die Deutsche Wildtier Stiftung Landwirte zu diesem Thema und bietet ihnen mit unserer Unterstützung eine Prämie, die den Mehraufwand für die Schutzmaßnahmen und entgangene Erträge kompensiert.
In 2018 war die Deutsche Wildtier Stiftung damit so erfolgreich, dass wir gemeinsam über 500.000 m² Fläche in Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt für den Feldhamster schützen konnten. Viele Landwirte konnten dazu bewegt werden, ihre Ackerflächen nach der Ernte später umzupflügen. So hatte der Feldhamster in diesem Jahr auf 470.000 m² sogenannte „Stoppelruhe“. Denn in den abgeernteten Stoppeln ist er besser vor Füchsen und Greifvögeln versteckt als auf dem umgepflügten Ackerboden.
Auch im Jahr 2022 wurden trotz der turbulenten Ereignisse wie außergewöhnlich hohen Sommertemperaturen und lokaler Dürren die Feldhamster nicht vernachlässigt. Mit unserer Unterstützung konnten wir bedeutende Fortschritte bei den Schutzmaßnahmen auf den Ackerflächen erzielen. In den Bördelandschaften von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wurden gezielte Schutzmaßnahmen auf einer Gesamtfläche von 68 Hektar (das entspricht 680.000 m²) umgesetzt. Insbesondere die Ernte von Ähren bietet dem Feldhamster nach der Ernte ausreichende Deckung vor Feinden sowie genügend Nahrung, um sich erfolgreich auf den Winter vorzubereiten.
Erfolge der letzten Jahre
Nach den verheerenden Jahren 2018 und 2019, die aufgrund der frühen Erntezeit für den Feldhamster besonders schwerwiegend waren, wurden 2020 nur wenige Tiere auf den Feldern nachgewiesen. Um die Bedingungen für den Feldhamster zu verbessern, haben wir gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung in Gebieten, in denen noch Feldhamster gefunden wurden, eine an ihre Bedürfnisse angepasste Bewirtschaftung mit den Landwirten vereinbart. Ein Beispiel dafür ist die Ährenernte im Börde-Hügelland Sachsen-Anhalts, bei der nahe eines bekannten Feldhamstervorkommens Maßnahmen etabliert wurden. Die Erfolge zeigen, dass zielgerichtete Schutzmaßnahmen positive Auswirkungen auf den Feldhamster haben, wenn sie konsequent umgesetzt werden.
So konnten in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Hessen auf über 523.000 m² gemeinsam mit Landwirten Feldhamsterschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Auf 400.000 m² Ackerfläche hatte der Feldhamster Stoppelruhe und auf 35.000 m² wurden feldhamsterfreundliche Kulturen wie Ackerbohne und Erbse im kleinteiligen Streifenanbau angepflanzt. Dazu kommen weitere 20.000 m², die mit nahrhaften Luzernen bepflanzt wurden. Auf 10.000 m² wurde eine feldhamsterfreundliche Blühmischung ausgesät.
Einsatz für den Feldhamster
Im Jahr 2022 wurden auf den umgesetzten Flächen erfolgreich Ährenernten durchgeführt. Dabei wird knapp unterhalb der Ähre geschnitten, so dass der Großteil des Getreidehalms stehen bleibt und ausreichend Deckung für den Feldhamster bietet. Die niedrig wachsenden Ähren dienen dem Feldhamster als Nahrung. Diese Methode ist attraktiver und kostengünstiger als klassische Ernteverzichtsbereiche, da die Landwirte nur einen geringen Anteil der Ernte opfern müssen. Zusätzlich wurden auf einem Hektar Blühstrukturen angelegt, die dem Feldhamster Nahrung und Deckung bieten und auch anderen Feldarten, insbesondere Jungtieren, Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die Schutzmaßnahmen haben sich bewährt, da sich die Feldhamsterbestände auf den geschützten Flächen stabilisiert haben.
Wildbienenschutz
Hochbedroht und unverzichtbar: unsere Wildbienen
Von den 602 Wildbienenarten in Deutschland stehen nach wie vor mindestens 30% auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Dies ist ein alarmierendes Signal, da Wildbienen auch von enormer Bedeutung für unser Ökosystem sind. Seit 2015 liegt ein Hauptaugenmerk der Deutschen Wildtier Stiftung auf dem Schutz der Wildbienen.
Mit der Unterstützung von VILSA und der Kooperation mit institutionellen Flächenbesitzern in Städten werden mehrjährige Blühpflanzen ausgebracht, die den Wildbienen ein vielfältiges Nahrungsangebot bieten. Zudem werden natürliche Niststrukturen wie offene Sandstellen und Steilhänge geschaffen sowie Nisthilfen aufgestellt.
Wildbienenschutz 2023
Der Verlust geeigneter Biotope und Nahrung stellt eine wesentliche Ursache für den Rückgang der Wildbienen dar. Um die Vielfalt der Arten zu erhalten, werden artenreiche Pflanzenbestände benötigt, die jedoch immer seltener werden. Daher haben wir es uns gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung auch wieder im Jahr 2022 zur Aufgabe gemacht, den Wildbienen ein neues zu Hause zu schenken.
Im Herbst 2022 startete die BIOTOP oHG mit der Errichtung eines Wildbienenparadies auf dem 3.000 m² großen Gelände der Grundschule Bergstedt mit dem Ziel, auf ihrem Schulgelände einen naturnahen Schulgarten zu schaffen, der seit dem Frühjahr 2023 als Lern- und Naturerlebnisraum für über 1.000 Schülerinnen und Schüler dient.
Im Schulgarten wurden wildbienenfreundliche, biologisch produzierte und Bioland-zertifizierte Wildstauden und Gehölze gepflanzt, die eine zuverlässige Nektar- und Pollenquelle für Wildbienen und andere Bestäuber während der gesamten Vegetationsperiode darstellen. Zudem wurden Frühblüher gepflanzt, um frühfliegenden Wildbienen ausreichend Nahrung zu bieten.
Ein zentraler Bestandteil des Schulgartens ist der Wildbienenhügel, der verschiedene Nistmöglichkeiten für Wildbienen bietet. Zudem wurden natürliche Nistelemente und Stauden auf dem Hügel platziert, um den Tieren Nahrung und Nistmöglichkeiten auf engstem Raum zu bieten.
Erfolge der letzten Jahre
Im Jahr 2018 haben wir mit der Deutschen Wildtier Stiftung zusammengearbeitet, um insgesamt 32.079 m² Wildbienenland in Berlin und Hamburg zu schaffen. In Berlin haben wir den Volkspark Schönholzer Heide in Berlin-Pankow durch die Pflanzung von drei Wildblumenwiesen aufgewertet.
Darüber hinaus haben wir geholfen, Ackerflächen der Stiftung Ausgleich Altenwerder in Hamburg-Wilhelmsburg in artenreiches Grünland umzuwandeln. Dabei wurde ein spezielles Saatgut verwendet, das auf die Bodenverhältnisse abgestimmt ist und 54 Pflanzenarten umfasst. Die Vielfalt ist wichtig, da viele Wildbienenarten sich auf bestimmte Pollenquellen spezialisiert haben.
Die Flächenvorbereitungen und das Saatgut für die Aussaat im Frühjahr 2019 wurden finanziert. Aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer und Herbst 2018 musste die geplante Herbstaussaat auf das Frühjahr 2019 verschoben werden, um ein gutes Keimen und Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten.
Außerdem haben wir uns 2021 gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung auf städtische Blühflächen konzentriert. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg wurde ein Lehrpfad eingerichtet, der Besuchern die Welt der Wildbienen näherbringt. Wir haben dazu beigetragen, eine 300 m² große Zierrasenfläche in einen blühenden, naturnahen Garten umzuwandeln. Der Garten umfasst eine Trockenmauer, Heil- und Gewürzpflanzen, Gehölze und Wildstauden, die Wildbienen anlocken. Besucher können sich hier für die Gestaltung ihres eigenen Gartens inspirieren lassen.
Gute Jahre für die Wildbienen
Die Deutsche Wildtier Stiftung startete im Mai 2018 das bisher größte Wildbienenprojekt in Berlin. Mit Unterstützung der Senatsverwaltung wurden 80 Blühflächen in allen Bezirken angelegt und zahlreiche Informationsveranstaltungen abgehalten, um über wildbienengerechte Grünflächen und Gartengestaltung zu informieren. Eine wichtige Zusammenarbeit mit den Grünflächen- und Naturschutzämtern der Bezirke trug zur wildbienengerechten Gestaltung und Pflege der Grünflächen bei.
„Die Bedeutung von Bienen und anderen Insekten für die Biodiversität und die Lebensgrundlagen der Menschen“ betonte Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Durch das Projekt wurden positive Ergebnisse erzielt, darunter der Nachweis von 157 Wildbienenarten auf 15 untersuchten Test-Blühflächen.
Das Projekt wurde um drei weitere Jahre verlängert, wobei der Fokus auf der Grünflächenpflege lag. Ziel war es 2023, das natürliche Potenzial der Flächen optimal zu nutzen und damit bunte und nahrhafte Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten zu schaffen. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Kühlung der Stadt in den heißen Sommermonaten.